Shootingreise Kreta
Gemeinsame Shootingreise mit Anna, Sarah und Jochen im Juli 2025
Vier Tage Kreta: Zwischen Sonnenaufgang, Wind und roten Felsen
Vier Tage, ein Mietwagen, zwei Fotografen, zwei Models und ein fester Plan: so viel vom kretischen Licht einfangen, wie es zwischen Sonnenaufgängen, Mittagshitze und ein paar Stunden Schlaf eben möglich ist. Was uns dabei erwartete – darunter ein Koffer mit eigenem Willen und der unerwartete Auftritt einer pinken Perücke – hätten wir vorher selbst nicht erahnt.

Tag 1: Ankunft mit Hindernissen
Der Tag begann reibungslos – zumindest in München. Den reservierten Parkplatz in der Tiefgarage meines Arbeitgebers in Ismaning hatte ich mir übers Wochenende gesichert, und bevor das schwere Gepäck zur S-Bahn musste, sparte ich uns mit einer kurzen Zusatzfahrt das Schleppen.
In der Tiefgarage traf ich auf Jochen, unseren zweiten Fotografen. Mit der S-Bahn ging es gemeinsam zum Flughafen. Beim Check-in gaben wir aus Tarifgründen meinen großen Sperrgepäck-Koffer mit den Stativen auf Jochens Ticket auf statt auf meinem – eine kleine, aber wirkungsvolle Ersparnis. Das eigentliche Nadelöhr der Reise sollte uns erst in Heraklion erwarten, nicht hier. Durch die Sicherheitskontrolle ging es weiter zum Gate, wo schon Sarah wartete, die aus Hamburg angereist war. Gemeinsam flogen wir weiter nach Heraklion, während Anna direkt von Frankfurt aus unterwegs war.
Unsere Flüge landeten fast gleichzeitig. Was dann folgte, war eine kleine Lehrstunde in Prioritäten: Jochens und Sarahs Koffer rollten als Erstes aufs Band, kurz danach mein eigenes Gepäck in der Holzklasse. Nur ein Koffer fehlte hartnäckig – ausgerechnet der mit den Stativen.
Die Gepäckhalle in Heraklion liegt im Osten des Gebäudes, mit einer Glasfront, durch die am späten Nachmittag die volle Abendsonne hereinbrennt. Es war kaum auszuhalten. Wir standen da, schwitzend, und wechselten zunehmend ratlosere Blicke, während Anna – die ihren Koffer längst hatte – sich zu uns gesellte und uns beim Warten zusah.
Erst als die Bänder einer nach dem anderen zum Stillstand kamen, fragten wir nach. Der Koffer, hieß es, warte längst in einem Nebenraum. Dort fanden wir ihn schließlich – mitten im Raum, von zwei Flughafenmitarbeitern bewacht, als wäre er der wertvollste Passagier des Tages.
Die Verzögerung hatte uns einiges an Zeit gekostet. Aber zu viert, mit vollständigem Gepäck, ging es endlich weiter zur Autovermietung.
Bei Kalamaki Holidays bekommt jeder Gast als Erstes ein kühles Wasser in die Hand gedrückt – eine kleine Geste, die nach diesem Nachmittag genau richtig kam. Unser VW Caddy stand schon bereit, und es wurde noch einmal knapp: Kameratrolleys, Koffer, Stative, vier Personen – alles passte am Ende sicher hinein, ohne dass jemand sein Gepäck auf dem Schoß balancieren musste. Mehr Platz war nicht drin. Endlich auf der Straße, ging es direkt nach Kalamaki.

Im Restaurant ging gerade die Sonne unter. Weil wir wussten, wie früh der Wecker am nächsten Morgen klingeln würde, übernahm ich kurzerhand die Vorspeisenbestellung – ohne große Rückfragen, einfach die Klassiker, die ich von früheren Besuchen kannte und für gut befunden hatte. So konnte die Küche direkt loslegen, während wir uns für die Hauptgerichte Zeit ließen.
Das Essen kam schnell und war, wie erwartet, hervorragend. Den eigentlichen Höhepunkt des Abends hatte aber vier Pfoten: Irgendwo zwischen Vorspeise und Hauptgang kamen die ersten Restaurant-Katzen direkt an unseren Tisch, und Anna und Sarah ließen sich nicht zweimal bitten, ihnen ausgiebige Streicheleinheiten zu schenken – ohne dafür auch nur aufzustehen. Eine Gemeinsamkeit, die wir alle teilen, kam hier zum ersten Mal richtig zur Geltung.
Zurück im Apartment teilten wir kurz die Zimmer auf und fielen, ohne große Umschweife, ins Bett. Der erste Tag der Reise war vorbei – der nächste sollte deutlich früher beginnen, als uns allen lieb war.
Tag 2: Sonnenaufgang, Markt und Mittagshitze
Wir fuhren früh genug los, um noch vor den ersten Sonnenstrahlen an der Location zu sein. Unten am Hafen von Agia Galini parkten wir und gingen hinauf zu einem kleinen Amphitheater, das gut 30 bis 40 Meter über dem Wasser liegt – hoch genug für einen weiten Blick, aber noch lange kein Aufstieg auf einen Berg. Auf dem Weg dorthin kreuzte ein rot-weißer Kater unseren Pfad – und sicherte sich für die nächste Minute Annas volle Aufmerksamkeit, noch bevor überhaupt eine Kamera ausgepackt war. Dann hieß es warten: ein paar stille Minuten, bis die ersten Sonnenstrahlen über die Berge krochen.


Als die Sonne bald zu steil stand, um noch brauchbares Licht zu liefern, zogen wir weiter hinunter in die kleinen Gassen am Hafen. Eine weiße Treppe führte von dort ins noch schlafende Dorf hinauf. Anna hatte ihr türkis gefärbtes Tüllkleid mitgebracht – und es wurde der einzige Moment der ganzen Reise, an dem wir tatsächlich eines der großen Stative aus dem schweren Sperrgepäck-Koffer holten, sonst war es dafür fast immer zu windig. Mit Blitz und den Stativen, die sonst meist im Auto blieben, fotografierten wir auf den Stufen, während im Dorf langsam die ersten Geschäfte für den Tag vorbereitet wurden. Eine ältere Dame hatte sich oben auf die letzten Treppenstufen gesetzt und beobachtete eine Weile das Shooting mit dem Tüllkleid, bevor sie sich erhob und ihres Wegs ging – woraufhin Anna vorschlug, noch ein paar Akt-Aufnahmen auf der Treppe zu machen.

Wir packten zusammen, kauften uns noch frisches, gekühltes Wasser für den Tag und fuhren weiter zum Wochenmarkt in Tympaki. Zwischen den Marktständen schlenderten wir und kauften Obst und Gemüse für den nächsten Tag.
Weiter ging es nach Kalamaki, zur Beachbar. Ich schickte die anderen schon vor zum Paradise und nutzte die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit Judith, der Chefin unserer Autovermietung – ein guter Kontakt meines Arbeitgebers –, die mir noch die letzten Tipps für die abendliche Anfahrt zum Kommos Beach gab. Judith produziert zusammen mit ihrem Mann Thanasis ihr eigenes Olivenöl und Raki, und ich kaufte gleich mehrere Dosen Olivenöl – eine für jeden der anderen drei –, die ich erst später überreichen sollte.
Im Paradise angekommen, genossen wir gemeinsam unser Frühstück. Danach zog es Anna und Sarah ins Meer, während Jochen und ich es vorzogen, im Schatten zu bleiben – wo sich der Wind anfühlte wie die Hitze eines Lagerfeuers.
Die kurze Nacht forderte ihren Tribut: Wir waren alle erschöpft und beschlossen, zurück ins Apartment zu fahren. Bevor wir einstiegen, überreichte ich endlich jedem seine Dose Olivenöl. Im Apartment sicherten wir die Bilder auf den MacBooks, luden die Kamera-Akkus und nutzten die restliche Zeit zum Ausruhen und Schlafen – zwischendurch naschten wir noch etwas vom Obst, das wir morgens auf dem Markt gekauft hatten.
Auf dem Weg zum Strand am Abend hielten wir kurz bei Botano, einem kleinen Geschäft, das traditionelle Tees, Kräutermischungen und Gewürze verkauft. An diesem Tag kletterte das Thermometer auf bis zu 46 Grad – das Geschäft liegt am Rand eines kleinen Bergdorfs, wo zumindest ein sanfter Wind über die Terrasse strich. Auch die Katzen des Ladens, die sich faul im Schatten ausruhten, kamen nicht zu kurz.
Über die von Judith empfohlene Route kamen wir unkompliziert am Kommos Beach an, wo wir bis zum Sonnenuntergang fotografierten und die letzten Sonnenstrahlen noch für die besten Aufnahmen nutzten. Danach ging es in ein Restaurant nahe des Strandes, das ich von früheren Reisen kannte – nur dass dort inzwischen, ohne dass ich es mitbekommen hatte, der Besitzer gewechselt hatte. Das Essen war weiterhin ausgezeichnet, brauchte durch ein paar Missverständnisse in der Küche aber deutlich länger als sonst. Da Jochen an diesem Abend Fahrdienst hatte, konnte ich mir nach dem Essen mit Anna einen Raki teilen. Entsprechend spät kamen wir schließlich im Apartment an, wo uns noch die immer gleiche Pflicht erwartete: Bilder sichern, Akkus laden – bereit für den nächsten frühen Morgen.


Tag 3: Pool-Licht und windige Felsen
Tag drei kam mit einem Luxus, den wir an den Vortagen nicht hatten: kurze Wege. Erst um 7 Uhr griffen wir wieder zur Kamera – die Morgenlocation war buchstäblich der Pool vor der Tür, und auch die Location am Abend lag nur 15 Minuten entfernt. Entsprechend entspannt ging es zu, wenn man von einem Detail absieht, das den ganzen Tag prägte: dem Wind. Er blies so stark, dass man ihn über dem Apartment regelrecht heulen hörte.
Der Pool selbst bot trotzdem eine willkommene Abkühlung bei nächtlichen 30 Grad, und mit der Kamera nur 5 Zentimeter über der Wasseroberfläche entstanden einige unserer ungewöhnlichsten Bilder der Reise. Den großen 2×2-Meter-Reflektor, den ich eigentlich einsetzen wollte, ließ der Wind aber gar nicht erst zur Anwendung kommen – er blieb, wie praktisch die ganze Reise über, einfach im Auto liegen. Ein Gedanke drängte sich mir dabei fast unweigerlich auf: Hätten wir in Agia Galini nicht den Blitz gebraucht, hätten wir uns den ganzen schweren Sperrgepäck-Koffer von Anfang an sparen können – stattdessen hatten wir ihn nur durch den Flughafen geschleppt und die restliche Reise über quer durch die Insel kutschiert, ohne ihn auch nur ein zweites Mal aufzuklappen.


Nach dem Pool-Shooting verlegten wir uns ins klimatisierte Apartment, bevor wir am Abend zu den Felsen und der Höhle bei Agios Pavlos aufbrachen. Die Location passte deutlich besser zu Jochens Stil als zu meinem – schroff, roh, weit weg von meiner gewohnten Bildsprache. Trotzdem nahm ich die Herausforderung an.


Tag 4: Die pinke Perücke und der Abschied
Weil die Fahrt zurück ins Apartment am Vorabend nur 15 Minuten gedauert hatte, lagen wir ungewöhnlich früh im Bett – genug Energie für einen Tag, der eigentlich nur für die Abreise vorgesehen war. Schon im Vorfeld der Reise hatte ich die Gruppe nach Location-Ideen gefragt. Annas Vorschläge fielen dabei zunächst auf die bekanntesten Strände Kretas – schön, aber durch Popularität und Besucheraufkommen für unser Shooting ungeeignet. Einen nach dem anderen musste ich absagen. Als Anna schließlich ihre pinke Perücke ins Spiel brachte, hielt ich lieber den Mund.
Am letzten Morgen ging es früh nach Triopetra Beach, bekannt für seine roten Felswände direkt am Wasser. Kaum angekommen, holte Anna die Perücke tatsächlich heraus. Skeptisch war ich – zugegeben – mehr als das. Völlig unbegründet, wie sich zeigte: Die Bilder dieses spontanen Moments gehören inzwischen zu meinen liebsten der ganzen Reise.


Um 9 Uhr ging es zurück ins Apartment zum Packen, um 11 Uhr stand der Check-out an. Auf dem Weg zum Flughafen legten wir noch einen letzten Stopp ein: bei einer verlassenen Kapelle nahe Phaistos, außerhalb des eigentlichen Ausgrabungsgeländes, für ein spontanes Abschluss-Shooting.

Am Flughafen erwartete uns dann das, was wohl jeder Kreta-Rückflug bereithält: Der Wartebereich hinter der Sicherheitskontrolle war brechend voll, stickig und drückend heiß – Warten wie in der Sardinenbüchse, wie eigentlich immer. Die Flüge hatten allesamt Verspätung. Bei Sarah, die wieder über München flog, wurde es durch das Hamburger Nachtlandeverbot ziemlich knapp. Annas Flug hob erst mit rund drei Stunden Verspätung ab.
Trotzdem: Wer am Ende durch die vollen Speicherkarten scrollte, sah davon nichts mehr. Geblieben sind die Bilder vom Sonnenaufgang in Agia Galini, der Kater am Amphitheater, das türkise Tüllkleid auf der weißen Treppe, fünf Zentimeter Kamerahöhe über einem Pool mit angenehmem Lüftchen, raue Felsen bei Agios Pavlos – und eine pinke Perücke an einem roten Felsstrand, mit der niemand von uns gerechnet hatte. Vier Tage, zwei Fotografen, zwei Models – und am Ende deutlich mehr Geschichte, als wir bei der Abfahrt aus Ismaning für möglich gehalten hätten.
Die vollständige Bildergalerie zur Reise findest du direkt im Anschluss.








































































